Vorgeschichte
Steinwerkzeuge ● Neandertaler ● Langhäuser ● Metall
Gideon Karnath, Lebensbild des homo erectus
In der Vorgeschichte kennen die Menschen noch keine Schrift. Der aufrecht gehende Mensch, der homo erectus, stellt im Rheinland vor 300.000 Jahren (Altpaläolithikum) Werkzeuge her. Überwiegend haben sich nur solche aus Stein erhalten: „Steinzeit" nennt man daher diese Epoche. Als erste Menschen kennen die Neandertaler − entfernte Verwandte des modernen Menschen − Bestattungsriten. Die Einstufung des 1856 aufgefundenen Neandertaler-Skeletts als das eines „Urmenschen" löst nicht nur unter Wissenschaftlern eine Schock aus: Von so einem Wesen steht in der Bibel nichts!
In Andernach gelingt es dem modernen Menschen (homo sapiens), mit einfachen Werkzeugen um 10.500 vor Christus – in der Altsteinzeit (Paläolithikum) –, eine Vogeldarstellung aus Rentiergeweih zu schnitzen. Kunstwerke finden sich auch als Grabbeigaben in der Bestattung, die im heutigen Bonn-Oberkassel gefunden wurde. Sie wird auf 11.000 vor heute datiert.
Beile und Äxte aus der Jungsteinzeit. Foto: Schafgans
In der Jungsteinzeit (Neolithikum), um 5.400 vor Christus, beginnen im Rheinland die Menschen sesshaft zu werden. Vorher mussten sie, um zu überleben, mit den Tierherden ziehen, das Wild jagen sowie Wildgetreide, Nüsse und Beeren sammeln. Nun leben sie in Langhäusern, bestellen ihre Felder und züchten Vieh.
Bronzeschwert, Fundort: aus der Niers bei Grefrah-Oedt, mittlere Bronzezeit, 1575 – 1200 vor Christus
Die Entdeckung und Verarbeitung von Metallen − Bronze, Eisen, Gold − um 1.600 vor Christus führt dazu, dass ganz neue Gegenstände erfunden und gefertigt werden: Schmuck, Waffen und Gefäße. Die sogenannten Metallzeiten haben begonnen. Auf die „Bronzezeit" folgt um 800 vor Christus die „Eisenzeit". In dem Frühlatène genannten Abschnitt zwischen 500 und 250 vor Christus kommt es im Gebiet von Eifel und Hunsrück zu einer ersten, keltisch geprägten Hochkultur im Rheinland: „Waldalgesheim". Die Vorgeschichte endet, als die Römer zwischen 58 und 51 vor Christus Gallien und das linksrheinische Gebiet erobern.